Alltagshilfe in Therapieform
Wir haben eine unserer Klientinnen gebeten, uns ihre Erfahrungen mit der Ergotherapie zu schildern. Ihren Weg zu einer Verordnung und ihre Erfahrungen mit der Therapie in unserer Praxis lesen Sie hier:
Ergotherapie – Was ist das?
Ergotherapie ist ein so weites Feld. Als Patientin kann ich nur schwer erahnen, welche Möglichkeiten sich für mich dahinter verstecken. Denn je nach dem, welchen Einschränkungen ich erlebe, bekomme ich unterschiedliche Unterstützung angeboten.
Was ich vor meiner Therapie schon wusste: Ergotherapie kann mir helfen, meinen Alltag eigenständig zu gestalten.
Ob nach einer Verletzung, bei chronischen Leiden oder auch psychischen Erkrankungen.
Unterstützung für meine gesamte Gesundheit
Bei all den Einsatzbereichen und Behandlungsmethoden kann ich gar keinen umfassenden Überblick bieten, bei welchen Leiden Ergotherapie hilft. Ich kann aber einen kleinen Einblick geben, was ich durch meine Verordnung für psychisch-funktionelle Ergotherapie mittlerweile erfahren habe.
Bisher bestanden die Heilmittel für meine psychische Gesundheit vor allem aus Medikamenten und Psychotherapie. Durchaus habe ich auch damit schon gute Erfahrungen gemacht.
Doch Medikamente alleine helfen mir nicht, meinen Alltag mit all seinen Anforderungen zu meistern. Und einen Platz für eine ambulante Psychotherapie zu ergattern, ist bekanntlich nicht die einfachste Übung. Zudem bin ich auch schon bei der Psychotherapie an die Grenzen ihrer Wirksamkeit gestoßen.
Nicht falsch verstehen! Ich finde, alle Heilmittel haben ihre Berechtigung als Therapie. Denn alle haben ihren eigenen Wirkungsbereich. Und genau darin sehe ich die Chance, dass sie einander ergänzen.
Was mir bei der Ergotherapie besonders auffällt: Ich arbeite hier nicht nur im Kopf, sondern mit dem ganzen Körper. Mit allen Sinnen.
Ich nehme mich und meine Krankheiten noch mal auf eine andere Weise wahr. Ich kann dadurch im Alltag nicht nur sehen, sondern auch spüren, wie ich mich gerade zu meiner Umwelt verhalte. Was mir eher schadet oder was mir ganz gut hilft.
Mich unterstützt Ergotherapie dabei:
• in schwierigen Situationen besser handlungsfähig zu bleiben
• auch in akuten Krankheitsphasen psychisch stabiler zu bleiben
• besonders heftige Auswirkungen meiner Krankheit zu verhindern
Wie ich meine Verordnung bekam
Meiner Erfahrung nach ist es gar nicht so einfach, als Erwachsene Ergotherapie verordnet zu bekommen. Trotz knapper Therapieplätze und mangelnder Facharzttermine, wurde Ergotherapie mir nur selten vorgeschlagen.
Auch in meinem persönlichen Umfeld kenne ich nur wenige Menschen, die sich ergotherapeutisch behandeln lassen.
Weil ich aber mehr Unterstützung bedarf, um meinen Alltag mit meinen Erkrankungen zu gestalten, habe ich mich eigenständig über geeignete Hilfsmöglichkeiten informiert. Bei meinen Arztterminen erzählte ich, dann dem Arzt oder der Ärztin, warum ich Ergotherapie für sinnvoll halte. Und ich fragte immer, inwiefern sie diese Einschätzung teilen.
Für mich war irgendwie klar: Ich brauche vor allem für meine mentale Gesundheit therapeutische Unterstützung, um auch meine physische Gesundheit zu stärken.
Daher wendete ich mich konkret an meinen Hausarzt, der ja meine gesamte Gesundheit im Blick hat.
Um eine Verordnung zu erhalten bedarf es allerdings eine entsprechende Diagnose. Für mich war das aber die kleinste Hürde. Denn sie stand ja bereits in meiner Patientenakte.
In jedem Fall kann ich nur dazu ermutigen, selbst einmal zu schauen, wie und wo Ergotherapie einen selbst unterstützen kann.
Vielen Dank an Frau H. für diesen aussagekräftigen Text über unsere Arbeit!


