Die Triggerpunkt- massage in der motorische-funktionellen Ergotherapie
Was sind überhaupt Triggerpunkte und eine Triggerpunktmassage?
Triggerpunkte
Triggerpunkte sind Verspannungen im Muskel beziehungsweise verhärtete Muskelfasern, die besonders druckempfindlich sind. Sie können aus verschiedenen Gründen entstehen, meist durch akute oder chronische Überlastung der Muskulatur. Häufige Ursachen sind beispielsweise Fehlhaltungen, einseitige Belastungen, Stress und psychische Faktoren, plötzliche Verletzungen oder auch Bewegungsmangel.
Physiologischer Prozess
Ein Triggerpunkt ist eine winzige Verkrampfung einzelner Muskelfasern. Durch die dauerhafte Anspannung wird die Blutzufuhr in diesem Bereich eingeschränkt, was zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt. Gleichzeitig können Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. Dies kann Schmerzen auslösen.
Nun wissen wir, was Triggerpunkte sind. Doch wie werden sie behandelt und welche Auswirkungen hat die Behandlung?
In den meisten Fällen werden Triggerpunkte durch eine gezielte Massage behandelt. Dabei wird zunächst untersucht, wo die Schmerzen auftreten. Hierfür werden verschiedene Bewegungsübungen durchgeführt, um die betroffenen Bereiche genauer zu bestimmen.
Anschließend wird gemeinsam mit dem Patienten der genaue Triggerpunkt lokalisiert. Deshalb ist es wichtig, während der Behandlung Rückmeldung zu geben, zum Beispiel mit Aussagen wie „Dort tut es weh“ oder „Etwas weiter rechts beziehungsweise links“. Ehrliche und präzise Angaben sind entscheidend, da sich der Triggerpunkt nur lösen lässt, wenn er gezielt behandelt wird.
Sobald der Triggerpunkt gefunden wurde, wird Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt. Dies kann schmerzhaft sein, erfolgt jedoch immer in einem angemessenen Rahmen. Der Patient gibt dabei an, wie viel Druck als angenehm beziehungsweise tolerierbar empfunden wird.
Je nachdem, wie lange der Triggerpunkt bereits besteht, kann es mehrere Sitzungen dauern, bis er vollständig gelöst ist. Besteht er erst seit kurzer Zeit, kann er sich oft schon nach wenigen Behandlungen deutlich verbessern oder ganz verschwinden.
Durch den gezielten Druck wird der Muskel dazu angeregt, vollständig zu entspannen. Dadurch kann sich die Verkrampfung lösen. Allerdings sollte nicht nur der Triggerpunkt selbst behandelt werden. Ebenso wichtig ist es, die Ursache zu finden: Woher kommt der Triggerpunkt und wie ist er entstanden? Nur so kann verhindert werden, dass er erneut auftritt oder sich wieder verstärkt.
Je nach Ursache kann die Behandlung unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Bei einigen Patienten, deren Triggerpunkte durch psychische Belastungen entstanden sind, wirkt die Behandlung zunächst sehr befreiend. Gleichzeitig kann sie im weiteren Verlauf auch emotionale Reaktionen auslösen oder als aufwühlend empfunden werden.
Viele meiner Patienten berichten, dass es ihnen guttut, psychischen Stress auf diese Weise loszulassen. Auch wenn dabei manchmal belastende Themen erneut wahrgenommen werden, führt dies langfristig häufig zu einer Verbesserung des Wohlbefindens.
Eine Triggerpunktmassage kann bei vielen Beschwerden und Diagnosen eingesetzt werden, beispielsweise beim Tennisellenbogen oder Mausarm. In manchen Fällen lassen sich die Beschwerden deutlich lindern oder sogar vollständig beheben. Auch hier ist es wichtig, nicht nur das Symptom – also die Schmerzen – zu behandeln, sondern die Ursache zu betrachten. Dazu gehört beispielsweise die Überprüfung, ob der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist, ob unbewusste Ausweichbewegungen stattfinden oder ob eine einseitige Belastung vorliegt.
Kann man mit einer Triggerpunktmassage auch vorbeugen?
Ja, teilweise. Dies ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Einige Patienten berichten, dass bestimmte Triggerpunktbehandlungen dazu beitragen können, Migräneattacken seltener auftreten zu lassen oder deren Intensität zu verringern.
Dafür ist allerdings eine regelmäßige Behandlung erforderlich. Zudem sollte man sich darauf einstellen, dass der Körper insbesondere zu Beginn stärker reagieren kann. In manchen Fällen können die ersten Behandlungen vorübergehend sogar Migräne auslösen, bevor sich eine langfristige Verbesserung einstellt.


